Rückblick 57. Generalversammlung der City Vereinigung Luzern
Am Dienstagabend, 21. April 2026, fand die 57. Generalversammlung der City Vereinigung Luzern in der Kornschütte Luzern statt. Rund 85 Mitglieder, Gäste, Partner und Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und dem städtischen Netzwerk nahmen an diesem wichtigen Jahresanlass teil.
Präsident Alfred Landolt eröffnete den Abend und begrüsste die Anwesenden herzlich. In seiner Ansprache blickte er auf ein engagiertes und erfolgreiches Vereinsjahr zurück, das von zahlreichen Projekten, starken Partnerschaften und wichtigen Impulsen für die Luzerner Innenstadt geprägt war.

Ein besonderes Grusswort richtete Stadtrat Marco Baumann an die Versammlung. Er überbrachte die besten Wünsche der Stadt Luzern und würdigte die Bedeutung der City Vereinigung als verlässliche Partnerin für eine lebendige, attraktive und wirtschaftlich starke Innenstadt.
Im Anschluss wurden die statutarischen Traktanden effizient und speditiv behandelt. Sämtliche Anträge des Vorstands wurden einstimmig angenommen. Dazu gehörte unter anderem die Genehmigung des Jahresberichts 2025, der Jahresrechnung und das Budget 2026. Einen umfassenden Überblick über das vergangene Vereinsjahr bietet der veröffentlichte Jahresbericht. (LINK zum member.city-luzern.ch)
Ein emotionaler Moment war die Verabschiedung von Walter Baumann, der nach seinem Engagement aus dem Vorstand zurücktrat und in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde. Die Versammlung dankte ihm mit grossem Applaus für seinen wertvollen Einsatz zugunsten der City Vereinigung und der Luzerner Innenstadt.
Gleichzeitig konnte der Vorstand verstärkt werden: Als Ersatz für Walter Baumann wählten die Mitglieder Svjetlana Garic, Leiterin Marketing Kommunikation der Genossenschaft Luzern. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Bruno Hollenweger, Leiter Key Account Management & Sales KV Luzern Berufsakademie. Er übernimmt das Ressort Mitglieder, das seit dem Austritt von Sarah Friedli vakant war. Nach dem offiziellen Teil folgten zwei spannende und hochaktuelle Referate.
Dagmar T. Jenni, Verwaltungsrätin und strategische Beraterin, analysierte die aktuelle Situation des Schweizer Handels, der durch steigende Fixkosten wie Mieten und Krankenkassen sowie die digitale Preistransparenz unter massivem Druck steht. Da Schweizer KMU aufgrund höherer Lohn- und Logistikkosten im reinen Preiswettbewerb gegenüber ausländischen Plattformen strukturell benachteiligt sind, warnte sie davor, den Preis als alleinige Strategie zu wählen. Stattdessen müssen sich Händler durch Servicequalität, lokale Verankerung und ein kuratiertes Sortiment differenzieren, um den Kunden in unsicheren Zeiten die gewünschte Orientierung und Sicherheit zu bieten.
Der entscheidende Schlüssel zum Erfolg liegt laut Jenni bei den Mitarbeitenden, die als wichtigster Marken- und Erlebnisfaktor fungieren. Sie machen Preisunterschiede durch kompetente Beratung nachvollziehbar und schaffen eine emotionale Bindung, die rein digitale Transaktionen nicht leisten können. Um dieses wertvolle Asset langfristig zu sichern, forderte sie die Unternehmen auf, massiv in ihre Arbeitgebermarke zu investieren – von flexiblen Arbeitszeitmodellen bis hin zu einer gelebten Wertschätzung im Arbeitsalltag.
In seinem Referat beleuchtete Patrick Erny, Direktor Swiss Retail Federation, die aktuelle Lage des Schweizer Detailhandels, der sich in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld behaupten muss. Besonders prägend sind dabei der anhaltende Margen- und Preiskampf sowie die wachsende Konkurrenz durch internationale Online-Marktplätze wie Temu, AliExpress und Shein. Ein zentrales Problem bleibt zudem der Einkaufstourismus, dessen Volumen für das Jahr 2026 auf 10 bis 11 Milliarden Franken geschätzt wird. Die allgemeine Konsumentenstimmung hat sich laut dem Branchenbarometer seit dem Beginn des Ukrainekrieges nicht mehr vollständig erholt, was zusätzlich zur Unsicherheit in der Branche beiträgt.
Um die Wettbewerbsfähigkeit des stationären und digitalen Handels zu stärken, formulierte Erny klare politische Forderungen. Im Fokus stehen dabei „gleich lange Spiesse“ für alle Marktteilnehmer, was unter anderem eine Revision des Produktesicherheitsgesetzes unter Einbezug von Online-Plattformen sowie eine Senkung der Wertfreigrenze auf 50 Franken umfasst. Des weiteren forderte er den Abbau von Handelshemmnissen und ein Regulierungsmoratorium, um die administrative Belastung der Unternehmen zu senken. Abschliessend betonte er die Notwendigkeit, auf weitere Erhöhungen der Mehrwertsteuer und der Lohnnebenkosten zu verzichten, um den Konsum nicht zusätzlich zu verteuern.
Nach den Referaten durfte traditionelle Swisscom-Verlosung nicht fehlen. Dieses Jahr wurden drei Gutscheine für den KI-Workshop von Swisscom verlost – ein zeitgemässer Preis mit praktischem Mehrwert.
Beim anschliessenden Apéro riche vom Restaurante Bolero, klang der Abend in angenehmer Atmosphäre aus. Bei guten Gesprächen, neuen Kontakten und vielen Begegnungen zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll der persönliche Austausch innerhalb des Netzwerks ist.
Die 57. Generalversammlung war ein gelungener Abend mit klaren Entscheiden, frischen Impulsen und einem starken Zeichen für den Zusammenhalt in der Luzerner Innenstadt. Die City Vereinigung Luzern dankt allen Teilnehmenden sowie allen Partnern und Unterstützern herzlich.































































































